Dienstag, 5. November 2013

Unverstanden

Die liebe Lene hat ja kürzlich erzählt oder besser geschrieben, dass sie ihrer Mama nun von ihrem Kinderwunsch und den damit einhergehenden Schwierigkeiten erzählt hat. Das finde ich erst mal ganz klasse und genauso gut finde ich die Reaktion ihrer Mama.

Und das bringt mich zum Thema meines heutigen Posts, denn Lenes Post hat mich nachdenklich gemacht.
Sie hat geschrieben, dass sie bisher immer Angst hatte vor Kommentaren wie "wenn ich mal Oma bin" und diese Angst jetzt nicht mehr so da ist.

(Irgendwie schreibe ich heute etwas verworren. Ich hoffe, ihr könnt mir trotzdem folgen.)

Bei mir ist es nun so, dass ich bisher eigentlich immer über alles mit meiner Mama reden konnte. Sie weiß also auch von unserem Kinderwunsch und den Schwierigkeiten, die wir diesbezüglich haben. Trotzdem redet sie, als wäre es selbstverständlich, dass wir Kinder haben werden und dass sie mal Oma sein wird und das setzt mich unheimlich unter Druck und macht mich traurig, weil ich das Gefühl habe, dass sie mich und meine Ängste nicht versteht oder ihr nicht bewusst ist, dass das Risiko besteht, dass wir vielleicht nie Kinder haben werden oder dass sie das nur einfach nicht in Betracht zieht. Ich dagegen habe ständig im Hinterkopf, dass wir vielleicht nie Kinder haben werden.

Und das wiederum bringt mich an den Punkt der Eifersucht bzw. des Neids, weil ich dann darüber nachgrübele, wie es ist, wenn mein Bruder mal Kinder hat und ich nicht. Er ist eh schon immer der Liebling. Wenn er dann auch noch derjenige ist, der meinen Eltern das erste oder vielleicht sogar die einzigsten Enkelkinder schenkt, damit könnte ich glaube ich nicht leben. Ich hab sogar schon den Gedanken in Erwägung gezogen auszuwandern, wenn es mal so weit sein sollte. Denn ganz ehrlich, ich hätte nicht die Kraft, mit anzusehen wie er dann noch höher in den Himmel gehoben würde als es eh schon der Fall ist. Dann käme ich mir vollkommen überflüssig und fehl am Platz vor.

Kommentare:

  1. Oh das kenn ich. Ich gehe damit ja auch recht offen um und bei uns weiß es z.B. auch der Freundeskreis.
    Meinen Eltern habe ich erst bescheid gegeben als wir letztendlich auf ICSI wechseln mussten. Meine Mutter kann selbst keine Kinder bekommen, sie haben damals Ende der 70er auch einiges durch gemacht und letztendlich adoptiert. Ich hatte daher die Hoffnung das meine Mutter vllt am ehesten versteht wie es mir geht. Aber dieses "wenn wir mal Enkel haben" kommt auch von ihr und das nicht selten.

    Hinzu kommt, das mein Schwager jetzt zum zweiten Mal Vater wurde. Beim ersten sogar ungewollt, hups aus Versehen war die neue Flamme direkt schwanger. Und ich kam mir irgendwie plötzlich in der Familie nicht mehr akzeptiert vor. Dann kam ein Anruf vom Schwiegerpapa mit den Worten "na habt ihr euch mit der Kinderlosigkeit endlich abgefunden?" nachdem er sich über ein Jahr nicht gemeldet hatte nachdem wir bescheid gegeben haben. Das ist so hart und ich komm mir auch total fehl am Platz vor. Ein Glück habe ich keine Geschwister, ich denke bei den eigenen Geschwistern und eigenen Eltern wäre es für mich noch viel schlimmer!

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  2. Oh ja, das klingt sehr vertraut. Manchmal würde ich einfach gern jemandem darüber erzählen, einfach meine Gedanken und Gefühle mal aussprechen ohne dass gleich irgendwelche Ratschlag oder Wertungen kommen, aber ich habe nie den Eindruck, dass das jemand hören will. Weder Familie noch Freunde. Aber zum Glück habe ich diesen Blog und euch

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